Diskussion am 9.2: Krieg in Afghanistan

Die Gruppe 2D weist hin auf einen öffentlichen Diskussionstermin des GegenStandpunkt-Verlags zum Thema

Krieg in Afghanistan

Am 09.02 um 19:00 Uhr im Linkstreff „Georg Fröba“, Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus), Darmstadt

- Am „Fall Kundus“ reißt Ehrlichkeit ein: Deutschland führt wirklich „Krieg“. Aber wofür eigentlich?
- Eine Bischöfin findet, „nichts ist gut in Afgahnistan“, Politiker verlangen, daß sie Reue zeigt: Die Moral einer kriegführenden Nation darf nicht untergraben werden.
- Obama schickt immer mehr Soldaten nach Afghanistan. Wofür kämpfen die USA? Was bezweckt die neue Strategie des Friedensnobelpreisträgers für „Afpak“?
- Zwischen Kriegsausweitung und Exit-Strategie: Ansprüche, Widersprüche der mulitpolaren Weltgewaltordnung und ihrer Ordnungsmächte.

26.01: Die „drohende Klimakatastrophe“ und ihre politische Bewältigung

Anlässlich des UNO-Gipfels von Kopenhagen weisst die Gruppe 2D hin auf einen Diskussionstermin des GegenStandpunkt Verlags zu dem Thema:

Die „drohende Klimakatastrophe“ und ihre politische Bewältigung

Am 26.01 um 19:00 Uhr im Linkstreff „Georg Fröba“, Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus), Darmstadt

1. Seit 30 Jahren erforscht die Wissenschaft den „Klimawandel“. Außer ein paar Lobbyisten von Energiemultis zweifelt niemand ernsthaft den Befund an: Die massive Erwärmung auf dem Globus schreitet rapide voran, überwiegend verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, bei der CO2 freigesetzt wird. Die verheerenden Folgen des „Treibhauseffekts“ – von Hungerkatastrophen bis Landflutungen – sind keine Phantasien, sondern reale Perspektive und in manchen Weltgegenden schon eingetretene Lage. Lange hat das kaum jemanden interessiert, und Warnungen wurden als „unverantwortliche Panikmache“ abgetan.

2. Seit sich ein renommierter Ökonom mit dem Klimawandel befasst und dessen Folgen in Geld ausgerechnet hat, sieht die Sache ein wenig anders aus: Die ökonomischen Kosten, die mit einer ungebremsten Erderwärmung das Wachstum der mächtigen kapitalistischen Industrienationen belasten, haben Öffentlichkeit und Politik beeindruckt. Weil mit den katastrophalen Folgen die Geldbilanzen nationaler Wirtschaftsstandorte Schaden leiden, hat die Politik das Klima zu ihrem Thema gemacht. Als maßgebliches Opfer des Klimawandels gilt seitdem das von deutschen Unternehmen unter ausgiebiger Emission von „Treibhausgasen“ produzierte nationale Wachstum: 0,5% Wachstum jährlich soll der Klimawandel Deutschland kosten – von den Gewinneinbrüchen der Versicherungswirtschaft bis zu den Aufwendungen zur Abwehr der „Klimaflüchtlinge“.

3. Für die Politik ist damit der Anfang einer Reihe von „Herausforderungen“ gemacht, denen sie sich gestellt sieht. Sie betreibt Klimapolitik – bis hinauf zu höchsten diplomatischen Ebenen, auf denen die deutsche „Klimakanzlerin“ dem Rest der Staatenwelt die „globalen Dimensionen“ des Klimawandels vor Augen führt, und die „ehrgeizigen Reduktionsziele“ Deutschlands zur verbindlichen Maßgaben aller und insbesondere der großen „Klimasünder“ Amerika und China machen will. Dass es beim internationalen Streit der Staaten um die „richtige Klimapolitik“ irgendwie noch um die Abwendung der zerstörerischen Folgen des Klimawandels auf die ohnehin schon Elenden dieser Welt ginge, ist nicht zu sehen.

4. Dennoch hält sich – wie zuletzt in Kopenhagen – hartnäckig die Erwartung, die versammelten Staatsführer müssten ihrer Pflicht nachkommen und in einer weltweiten Rettungskoalition für eine gute „Klimazukunft“ zum Nutzen der Menschheit sorgen. Herausgekommen ist Enttäuschung. Dabei hat der deutsche Umweltminister in seiner öffentlichen Nachbereitung der „UNO-Konferenz“ einen deutlichen Hinweis gegeben, der nicht zur Verlängerung der Hoffnung auf die nächsten Etappen der Klimadiplomatie in Bonn und Mexiko taugt, sondern dazu, sich die Sache klar zu machen, um die es geht, wenn Merkel, Obama und Hu Jintao über „Klimaschutz“ entscheiden:

„In Kopenhagen haben wir ein Kapitel abgeschlossen, das des gutgemeinten Versuchs von Harmonie. Jetzt beginnt ein Ringen um Machtpositionen…Im Moment erleben wir Strukturlosigkeit, Ergebnislosigkeit, Handlungslosigkeit, ausgelöst durch die USA, die nach dem Thema Kapitalmärkte auch beim Thema Klima nicht in der Lage sind zu führen. Dies hat ein Machtvakuum erzeugt. Und wenn Macht vakant ist, gibt es andere, die an diese Stelle treten wollen.“ (SPIEGEL 53/2009)

Unverkennbar ist: Im Mittelpunkt der internationalen Klimapolitik steht die Konkurrenz um Führungsmacht der entscheidenden Staaten, und für ihre machtpolitische Rangfolge in der Welt scheint auch das „Thema Klima“ bestens geeignet.

Da ist doch die Frage interessant: Wie kommt es dazu – von den wissenschaftlich aufgedeckten, absehbaren und ziemlich katastrophalen Folgen des globalen Klimawandels zu einem Kampf auf klimadiplomatischem Parkett um Weisungs- und Durchsetzungsmacht, bei dem der Umweltminister schon eine „neue Weltordnung“ am Horizont aufziehen sieht!?

14.12 : Obamas Außenpolitik

Die Gruppe 2d lädt ein zur Diskussion des Themas:

„Obamas Außenpolitik“

Am 14.12 um 19:00 Uhr im Linkstreff „Georg Fröba“, Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus), Darmstadt

Wenn Weltpolitiker ihre weltpolitischen Vorhaben unter ein idealistisches Motto stellen, den Traum von einer besseren Welt oder eine Mission für die Menschheit verkünden, dann ist Vorsicht geboten. Verfehlt ist die untertänige Gewohnheit, die Führerpersönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen: ob sie es denn ehrlich meinen und ob sie über die Mittel verfügen, ihre schönen Versprechen auch einzulösen. Wie hoffnungsfroh oder skeptisch, wie schnell und wie tief enttäuscht auch immer die staatsbürgerlichen Gemüter gestimmt sind – gutgläubig sind sie alle. Denn sie (über)nehmen das ihnen präsentierte politische Ideal als Messlatte für die Beurteilung herrschaftlicher Taten – als den guten Auftrag, denen Weltpolitiker zu dienen hätten. Dabei enthält die feierliche Berufung auf grenzüberschreitend gültige Werte, mit welcher mächtige Staatenlenker nicht nur ihr nationales Fußvolk vereinnahmen, sondern auch Ihresgleichen in die Pflicht nehmen, regelmäßig die klare Ansage harter imperialistischer Ansprüche.

Gleichzeitig ist aber auch offensichtlich, dass Präsident Obama versöhnlichere Töne anschlägt als Bush junior. Während dieser die Welt in Gut und Böse teilte, betont Obama bei jeder Gelegenheit die „gemeinsamen Interessen“.

Nur Rhetorik? So einfach ist es zweifelsohne nicht. Nicht nur in Worten sondern auch in Taten tritt Obama anders an als sein Vorgänger. Der Abzug aus dem Irak ist beschlossen, Guantanamo soll geschlossen werden, die ehemaligen Schurkenstaaten werden zum Gespräch eingeladen und in Afghanistan soll nicht mehr nur geschossen (das natürlich auch und verstärkt) sondern auch aufgebaut werden.

Was ist da los?

Das wollen wir gemeinsam unter anderem am Beispiel Afghanistan diskutieren.

Am 14.12 um 19:00 Uhr im Linkstreff „Georg Fröba“, Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus), Darmstadt

23.11: Der Arbeitsplatz – Existenzgrundlage und Mittel des Profits

Die Gruppe 2d lädt ein zur Diskussion des Themas

Der Arbeitsplatz – Existenzgrundlage und Mittel des Profits
Kritik der Einrichtung namens „Arbeitsplatz“

Am Montag dem 23.11 um 19:00 Uhr im Linkstreff „Georg Fröba“, Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus), Darmstadt

Opel, Quelle, Arcandor sind für ihre jeweiligen Eigentümer nicht mehr rentabel (genug) und werden entweder ganz dicht gemacht oder saniert. In jedem Fall machen die Unternehmer ihr menschliches Material für ihre Krise haftbar: entweder werden gleich ganze Belegschaften um ihren Arbeitsplatz gebracht, oder – wie im Fall Opel – „bloß“ an die 10.000, damit die verbliebenen Arbeitskräfte mit weniger Geld und noch mehr Arbeitshetze den Eigentümern das Geldverdienen wieder möglich machen. Die Betroffenen und ihre Gewerkschaften schleppen mal wieder schwarze Särge durch die Innenstädte, lassen ihren Betriebsrat bei Schaeffler 250 Millionen Euro Lohnverzicht aushandeln, damit die Unternehmen wieder „wettbewerbsfähig“ werden, also ihren Konkurrenten auf dem weltweiten Automobilmarkt das Geschäft wegnehmen, womit die fälligen Entlassungen nicht nur hier, sondern auch (in noch stärkerem Maß) z.B. in England und Spanien stattfinden.

„Restrukturierung bedeutet Arbeitsplatzabbau, dem müssen wir(!) ins Gesicht sehen; niemandem ist geholfen, wenn wir(!) nicht wettbewerbsfähig sind und mindestens 30% Überkapazitäten haben.“ (Opel-Betriebsrat Franz, Süddeutsche Zeitung, 16.9.). Da staunt selbst die Presse, dass sich der Betriebsrat wie ein Unternehmenssprecher aufführt.

Die Leidtragenden schließen sich mit Betriebsrat und Regierung zusammen, wollen sich nicht von „sanierungswütigen Amis“ benutzen lassen und finden ihre Opfer an Zeit und Geld bei einem anderen Eigentümer besser aufgehoben.

Wenn der Ruin der Existenz von Tausenden von Arbeitnehmern von diesen selbst als bester Weg zum Erhalt von Arbeitsplätzen behandelt wird (von denen nämlich, mit denen der Eigentümer wieder Spaß am Gewinnemachen hat), ist es höchste Zeit, dieses hehre Gut „Arbeitsplatz“ mal einer kritischen Prüfung zu unterziehen und gegen diesen schädlichen Umgang mit der eigenen Existenz Einspruch einzulegen.

Diskussion am 9.11: Was ist Rassismus?

Anlässlich der Auslassungen von Bundesbanker Sarrazin laden Die Gruppe 2d und der GegenStandpunkt Verlag ein zur Diskussion des Themas:

Was ist Rassismus? Und passt er wirklich nicht zu „unserem Land“?

Am Montag dem 9.11 um 19:00 Uhr im „Linkstreff Georg Fröba“
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus)

Thilo Sarrazin, seit Jahrzehnten aktiv in Führungsämtern der Nation, wollte, wie er sagt, aus seiner „Liebe zu Berlin“ und sicher auch zu Deutschland keinen Hehl machen und hat einer Zeitschrift sein Herz ausgeschüttet:

“Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.”
“Eine große Zahl an Arabern und Türken (..) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich auch vermutlich keine Perspektive entwickeln.”

“Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.”
“Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben.”

Rassismus sei das, wetterten selbst konservative Regierungspolitiker wie Ruprecht Polenz, und so etwas gehöre nicht in unser weltoffenes, integrationsbereites Land. Das wollen wir mal prüfen: Was ist und wie geht Rassismus? Passt er nicht zu Deutschland? Was verlangt Deutschland unter dem Stichwort „Integration“? Ist das das behauptete glatte Gegenteil von Rassismus?

Jede(r) Interessierte ist zur Diskussion herzlich eingeladen!

Montag, 12.10: Immer mehr Krieg in Afghanistan und Pakistan

Die Gruppe 2d und der GegenStandpunkt Verlag laden ein zur Diskussion des Themas:

Immer mehr Krieg in Afghanistan und Pakistan

Am Montag dem 12.10 um 19:00 Uhr im „Linkstreff Georg Fröba“
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus)

Folgende Fragen wollen wir gemeinsam klären:

  • Worum geht es in dem Krieg? Warum befinden es die herrschenden Mächte als so unabweislich, dass an dieser Front bis zum bitteren Ende gesiegt werden muss? Was hat es mit Obamas „neuer Strategie“ auf sich: Was ist neu am Kriegsschauplatz „Afpak“?
  • Die Mächte des freien Westens führen diesen Krieg einerseits gemeinsam, andererseits „arbeitsteilig“ in Gestalt von zwei kriegführenden Instanzen: OEF (= USA) und ISAF (NATO). Im Rahmen dieser Arbeitsteilung“ kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen über die Kriegsführung. Worum geht es bei diesem Streit zwischen den Kriegsherren?
  • Wieso werden deutsche Interessen „am Hindukusch verteidigt“? Was leistet der Afghanistan-Krieg für die Emanzipation Deutschlands zur eigenständigen Militärmacht?

Jede(r) Interessierte ist zur Diskussion herzlich eingeladen!

Seit nunmehr acht Jahren führen die USA und ihre NATO-Verbündeten in Afghanistan Krieg – und ein Ende, so sagen sie selbst, ist nicht abzusehen. Ganz im Gegenteil: Der neue US-Präsident hat diesen Krieg zur obersten außenpolitischen Priorität erklärt, hat 20 000 zusätzliche Soldaten an die Front geschickt und eine neue Kriegsstrategie unter dem Titel „Afpak“ verkündet. In der wird das Kriegsgebiet höchstoffiziell auf den Nachbarstaat Pakistan ausgeweitet; und die pakistanische Armee verleiht dem Nachdruck, indem sie selbst Teile des eigenen Staatsgebiets mit Krieg überzieht. Die Wirkungen dieses gewalttätigen Vorgehens auf die „Zivilbevölkerung“ darf der interessierte Zeitungsleser in Gestalt immer neuer Heerscharen von Elendsfiguren zur Kenntnis nehmen, die vor Panzeraufmärschen und Bombenhagel fliehen. In dieser Weltecke beherrscht militärische Gewaltanwendung alle Lebensumstände. Und das, so die obersten westlichen Heerführer, muss so weitergehen und noch um Einiges eskaliert werden, damit ihr Kriegsziel erreicht wird. Dieses Kriegsziel heißt offiziell „Ausrottung des Terrorismus“; und das ist nach Auskunft der westlichen Mächte so unbedingt, dass der Einsatz von Panzern, Bomben und Kampftruppen nicht aufhören kann und darf, bevor nicht der letzte Feind zur Strecke gebracht ist. Von Rückschlägen lassen sich die westlichen Kriegsherren ebenso wenig bremsen wie von den zerrüttenden Wirkungen, die der Krieg auf alle ökonomischen und politischen Verhältnisse in der Region ausübt; sie stellen sie beim Kriegsführen in Rechnung.

Die veröffentlichte Meinung der kriegführenden Nationen nimmt das alles einigermaßen abgebrüht zur Kenntnis. Darauf, dass in Afghanistan und nun auch zunehmend in Pakistan Krieg herrscht und sonst nichts, hat man sich hierzulande längst eingestellt. Die Zustimmung zum Ziel des Krieges ist so grenzenlos, dass sich die freie Presse dessen Begründung gleich spart: Da reicht der bloße Hinweis, dass es gegen „Terroristen“, gegen Osama Bin Laden und „die Taliban“ als dessen Schutzmacht geht, und die geistige Front steht. Bedenklichkeiten gegenüber der Kriegsführung kommen bestenfalls unter dem Gesichtspunkt auf, ob sich diese „Feinde der Menschheit“ so überhaupt klein kriegen lassen.

Diskussion am 28.09: Die Krisenwahl 2009 demonstriert die Leistung der Demokratie

Die Gruppe 2d und der GegenStandpunkt Verlag laden ein zur Diskussion des Themas:

Die Krisenwahl 2009 demonstriert die Leistung der Demokratie –
Bürger wählen die Opfer die Staat und Kapital von ihnen verlangen

Am 28.09 um 19:00 Uhr im „Linkstreff Georg Fröba“
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus)

In der demokratischen Öffentlichkeit ist von Krisenwahl nichts zu merken. Journalisten bewerten den Wahlkampf vielmehr höchst luxuriös nach seinem Unterhaltungswert und klagen über die Langeweile, die er bei ihnen auslöst – “Yes we gähn!” (Bild-Zeitung). Haben sie Wahlkämpfer früher dafür kritisiert, dass sie nur Wahlkampfgetöse statt seriöser Politik produzieren, so machen sie ihnen nun den interessanten Vorwurf, “eine sachliche Diskussion” zu führen, anstatt sich so richtig zu fetzen. (ARD-Runde 13.9.) Die Meinungsmacher vermissen scharfe Gegensätze, echte Alternativen – und geben damit zu erkennen, dass sie selbst weder Einwände gegen die Berliner Politik noch Alternativen zu ihr beizusteuern haben; in dem Fall würden sie nämlich ihre Ideen verfechten anstatt über einen langweiligen Wahlkampf zu klagen. Gerade ihre demokratie-methodischen Vorwürfe demonstrieren, wie alternativlos sie selbst die Politik im Krisenjahr finden; wie wenig es also, ihrer Meinung nach, für den Bürger auszuwählen und zu entscheiden gibt. Sie verlangen von den Wahlkämpfern, einen Schein von Gegensatz aufzubauen, damit das Wahlvolk aufhorcht und zum Urnengang stimuliert wird; damit die Wahlbeteiligung steigt und die Linke nicht noch mehr Stimmen gewinnt.

Die beiden Kanzlerkandidaten inszenieren das harmonische Erscheinungsbild freilich ganz gezielt. Sie wollen dafür gewählt werden, dass sie “gute Arbeit geleistet” und in der schlimmsten ökonomischen Katastrophe seit 1929 den Zusammenbruch des Finanzsektors und des ganzen Kapitalismus gestoppt haben. Sie machen in Optimismus und demonstrieren, dass sie die Krise im Griff haben, indem sie von ihr im Wahlkampf kaum mehr reden. Man streitet ein bisschen über Atomkraft, ein bisschen über Afghanistan; die Wirtschaft ist nur noch ein Thema unter vielen. Bei ihr kommt es jetzt auf eine nationale Kraftanstrengung für den Aufschwung an, damit “Wir gestärkt aus der Krise hervorgehen” (Merkel). Was die Sanierung der Wirtschaft und die Anstrengung, Deutschland in der Weltmarktkonkurrenz noch besser zu positionieren, an menschlichen Kosten verursacht, – darüber lohnt es sich nicht zu reden; das steht sowieso fest. Jeder, der es wissen will, weiß, dass im Herbst die Konkurse zunehmen, die Sonderregelung zum Kurzarbeitsgeld im nächsten Jahr ausläuft, Arbeitslosigkeit und Armut wachsen; dass zur Sanierung des Staatshaushalts, der sich für die Rettung der Banken gigantisch verschuldet, Steuern erhöht und staatliche Leistungen gestrichen werden.

Krisenbewältigung und Aufschwung – das ist das Angebot an die Millionen lohnabhängiger Wähler, denen man nicht erst im Krisenjahr, in dem aber ganz besonders einpaukt, dass ihre Arbeitsplätze und Einkommen bedroht sind, wenn die Wirtschaft nicht wächst und die Reichen einmal nicht reicher werden. Die Bürger sollen am Kapitalismus die Krise furchtbar finden und auf seinen normalen Gang hoffen. Die Opfer, die ihnen Krise wie Aufschwung abverlangen, sollen sie als Preis für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage abbuchen. Die Kandidaten jedenfalls wollen sich am Wahlsonntag das Mandat dafür abholen, die Erfordernisse von Krisenbewältigung und Aufschwung gegen alle Privatinteressen durchzusetzen, die dabei im Weg stehen. Die Bürger dürfen und sollen sich frei heraussuchen, wem sie die versprochene Rücksichtslosigkeit am meisten zutrauen.

Das ist Demokratie.

Jede(r) Interessierte ist zur Diskussion herzlich eingeladen!

Diskussion am 24.8: 60 Jahre BRD (II)

Die Gruppe 2d und der GegenStandpunkt Verlag laden ein zur Fortsetzung der Diskussion des Themas:

60 Jahre BRD: Die Nation feiert ihre Errungenschaften

Am 24.08 um 19:00 Uhr im „Linkstreff Georg Fröba“
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus)

Jede(r) Interessierte ist herzlich eingeladen!

Diskussion am 6.7: 60 Jahre BRD

Die Gruppe 2d und der GegenStandpunkt Verlag laden ein zur Diskussion des Themas:

60 Jahre BRD: Die Nation feiert ihre Errungenschaften

Am 06.07 um 19:00 Uhr im „Linkstreff Georg Fröba“
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus)

Die BRD feiert sich dafür, dass sie ihren Bürgern Grundrechte wie Freiheit und Gleichheit gewährt. Warum tut sie das, was verspricht sich der Staat davon? „Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ heißt es in Art. 2 GG. Dazu braucht es auch Mittel, welche hat der Bürger? Geschätzte 95 % der Bevölkerung verfügen nur über sich selbst, sonst nichts. Aber darin sind sie ganz frei, Sklaverei ist abgeschafft: sie dürfen sich frei an die verkaufen, die über das Kapital verfügen, aus ihnen einen Gewinn zu schlagen. Darin erkennt der Staat alle seine Bürger gleichermaßen an, behandelt er sie alle gleich, wo sie doch fundamental unterschiedliche Mittel haben. So sind Freiheit & Gleichheit Grundrechte einer Klassengesellschaft.

Mit dem Sozialstaat und der gewerkschaftlichen Zuständigkeiten soll die Klassengesellschaft überwunden sein. Aber hat der Staat damit auch den Gegensatz zwischen den Klassen beseitigt? Sozialrechte, Gewerkschaften, Streikrechte – sind das nicht die Formen, wie der Gegensatz ausgetragen werden darf, wie die Klassengesellschaft funktioniert? Die Konflikte, die das Recht „mäßigt“, sind ja die, die es selbst in die Welt setzt. Indem es sie „mäßigt“, sorgt es für den Fortbestand dieser Konflikte.

Jede(r) Interessierte ist zur Diskussion herzlich eingeladen!

Veranstaltungshinweis für den 25.06

Am 25.06 lädt der AStA der TU-Darmstadt ein zu Vortrag und Diskussion

60 Jahre Grundgesetz: Ein Grund zum Feiern?

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. A. Krölls
Professor Dr. Albert Krölls stellt an diesem Abend sein neu im VSA-Verlag erschienenes Buch „Das Grundgesetz – ein Grund zum Feiern?“ vor und zur Diskussion.

25.06.09 19:00 Uhr
TU-Gebäude S103 (altes Hauptgebäude) Hörsaal 023
Hochschulstraße 1, Darmstadt

Das Grundgesetz begeht seinen 60. Geburtstag – und die Nation ist aufgerufen, zu feiern und sich für den Genuss der Freiheiten zu begeistern, die die staatliche Ordnung ihren Bürgern so großzügig gewährt. Dass im Reich der Freiheit alle Unternehmungen des Einzelnen von der Arbeitsplatzsuche bis zur Familiengründung unter dem staatlichen Vorbehalt des Dürfens stehen und selbst die Meinungsäußerung eine Frage der Erlaubnis ist, erscheint niemandem weiter fragwürdig. Vielmehr herrscht eine grundsätzliche Dankbarkeit gegenüber der staatlichen Hoheit, dass man im freiheitlichsten Gemeinwesen, das je auf deutschem Boden existierte, leben darf.
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